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"Gurgelhockey"- Verweigerung

Einer der vielen Punkte, die meinen jetzigen und ersten Freund sofort in meiner Gunst steigen ließen, ist die Tatsache, dass wir beide öffentliches Rumgefummel und -knutschen verabscheuen.
Gegen ein paar kurze Küsse, Händchenhalten und den Arm um einen legen habe ich nichts. Was mich so stört, sind diese Paare, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Zunge in den Hals schieben, sich dabei überall begrabbeln und am besten noch ihre gierigen Finger unter die Kleidung schieben. 

 

Als Chéri und ich uns vor knapp 2 Monaten zum ersten Mal trafen, waren wir nicht länger als 1 Stunde in der Öffentlichkeit. Das heißt, im Restaurant und einige Zeit lang in der Innenstadt. In der Zeit haben wir uns nicht ein einziges Mal geküsst und auch nur kurz Händchen gehalten. Und das liegt nicht daran, dass wir uns beide so ekelhaft finden, dass wir nicht als Paar erkannt werden wollen, weil es uns peinlich ist oder weil wir eine sogenannte "offene Beziehung" führen. 
Wir haben die Mundfreiheit genutzt und uns ununterbrochen über alles mögliche unterhalten. Denn das ist auch wichtig in einer Beziehung: reden! Wenn man sich nur darauf konzentriert, dass der Partner die sexuellen Bedürfnisse einigermaßen befriedigt, kann das auf Dauer nicht funktionieren. Denn irgendwann will man auch mal ein vernünftiges Gespräch führen können, ohne nach jedem viertem Wort die Zunge in den Schlund geschoben zu bekommen. Irgendwann kommt dann die Trennung, weil man feststellt, dass man außer der Vorliebe für Zungenküsse und die Reiterstellung keinerlei Gemeinsamkeiten hat. Und plötzlich wundern sich viele: "Aber wieso denn? Ihr wart doch soo süß zusammen!" Nunja, wenn man die Tatsache, dass man in der Öffentlichkeit niemals einen geringeren Abstand als 5 mm hatte, als "süß" betrachtet....

An alle, die glauben, sie sind sooooo wahnsinnig verknallt, dass das die Öffentlichkeit miterleben muss und bei eurem Anblick denkt: "Hach, das muss Liebe sein...", habe ich eine unangenehme Wahrheit zu verkünden:

Der Öffentlichkeit ist es entweder scheißegal, wie sehr ihr euch begehrt, oder es geht ihr furchtbar auf die Nerven. 

Ich erzähle hierzu mal eine kleine Anekdote. Ich befand mich vor etwa einem Monat mit meiner besten Freundin J. und einem Kumpel von ihr in der Goldenen Möwe (Normalsterblichen auch als "McDonalds" bekannt). Wir plauderten fröhlich und einigermaßen ungestört, da es etwa 21 Uhr war und der Laden sich langsam zu leeren begann. Doch dann fiel mein Blick auf ein junges Paar, beide irgendwas zwischen 16 und 20, die auf den Barhockern am Fenster hockten. Der Typ konnte sich wohl nicht recht entscheiden, ob er seine Hände unter der Jacke oder auf dem Rücken seiner Gefährtin haben wollte und wanderte deswegen immer zwischen beiden Orten hin und her. Das Mädel hatte ihre Arme schlicht um den Hals des Bübchens gelegt, allerdings wunderte ich mich, dass beide noch genug Luft zum hemmungslosen Rumzüngeln hatten.
Ich mache meine Freunde unauffällig auf sie aufmerksam, wir grinsen kopfschüttlend und fragen uns, ob sie denn keinen diskreteren Ort kennen, um ihre Fummeleien auf die Spitze zu treiben. 
Amüsant fand ich auch die gelegentlichen Seitenblicke des Männleins in unsere Richtung. Als wolle er sich vergewissern, dass wir wirklich ihr Treiben beobachten. 

Was soll eigentlich mit diesem Verhalten bezweckt werden? Soll es Neidgefühle hervorrufen, nach dem Motto, HA, ich habe einen Freund/ eine Freundin, ihr seid immer noch alleine, ihr bemitleidenswerten Kreaturen!
Soll der Grad eures Klammeraffenverhaltens auch den Grad eurer Liebe darstellen? Erwartet ihr, dass euch ein Kamerateam anspricht, die euch für ihre nächste Sondersendung über "Die glücklichsten Paare Deutschlands" ausgewählt hat?

Ein kleiner Tipp an all diejenigen, die sich von diesem Text angesprochen und in ihrer Ehre verletzt fühlen: Macht doch mal einen kleinen Selbstversuch. Verzichtet mal auf euer ansonsten übliches Ritual, sobald ihr euch in einer Menschenmenge aufhaltet, und versucht euch mal zu unterhalten. Themen sind freigestellt, es geht nur um die Tatsache, dass ihr überhaupt noch in der Lage seid, euren Mund dafür zu benutzen, wofür er hauptsächlich gedacht ist.
Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn ihr in euren eigenen 4 Wänden über euch herfallt. Machen mein Freund und ich nicht viel anders. Aber da habt ihr keine Grenzen und geht der Öffentlichkeit nicht auf den Keks. Es sei denn, alle Türen und Fenster stehen offen...

 

17.10.10 16:40
 


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